Gaby Marx

Beratung für Ernährungsmedizin und Epigenetik

Psychische Stabilität: Umgang mit Stress und Emotionen

Positive Erfahrungen gelten als nicht überlebensnotwendig, sie hinterlassen ohne Training keinen nachhaltigen Eindruck. Wer seine Wahrnehmung täglich auf viele kleine positive Erfahrungen konzentriert, kann allmählich sein Gehirn in diese Richtung verändern.

Je mehr wir positive Erfahrungen verstärken, umso mehr wird ein positives Erleben dann auch unsere Wahrnehmung prägen. Diese Fähigkeit des Gehirns, die erfahrungsabhängige Neuroplastizität, gibt uns die Möglichkeit, neue synaptische Verbindungen zu erstellen, die uns unterstützen mit Negativem umzugehen und damit insgesamt Resilienz zu erwerben

Wo die Angst ist, geht es lang

„Tu das, wovor Du Angst hast, und die Angst verschwindet.“

Nina Ruge beschreibt ohne Sentimentalität oder Pathos ihre innere Entwicklung: vom sehr schüchternen Kind zur jungen Erwachsenen, die versucht, alles Gelernte und Übernommene abzulegen. Mit großer Zielstrebigkeit setzt sie ihre beruflichen Wünsche um, in der Hoffnung dabei sich selbst zu finden und neu zu definieren. Im Alltag der Fernsehmoderatorin bleibt lange aber keine Zeit für die Seele, das Außen bestimmt immer mehr das Innen.

Sie stellt fest, dass sie wie die meisten Menschen die Hälfte des Wachzustandes nicht bewusst lebt, sondern routiniert und diszipliniert funktioniert. Nina Ruge öffnet ihre sehr persönliche Schatzkiste mit Momenten zeitlosen Glücks im reinen Bewusstsein, die es ihr erlauben, auch an stressigen Tagen deren Kraft zu spüren.

Eigene Entwicklung wagen

Unangreifbar und nicht verletzbar zu sein, ist für die meisten Menschen sehr wichtig. Gesellschaftlich gelernt wird nicht nur von Männern, dass es gleichbedeutend mit Schwäche ist.

Die Angst vor Verletzlichkeit führt aber auch zu mittelmäßigen Zielen, aus Angst vor höheren Zielen, die evtl. mit einem Scheitern verbunden sein könnten. Wer sich für seine Ideen und Ziele hingebungsvoll einsetzt, ist immer auch Kritik und Spott ausgesetzt, zumal, wenn es neue Ideen sind.

Sich mit anderen Menschen verbunden zu fühlen, ist jedoch als Grundbedürfnis in unserem Gehirn angelegt und die Basis für ein gesundes menschliches Leben. In der Folge wird alles, was diese Verbundenheit gefährden könnte, stark kontrolliert.

Vom Selbstbewusstsein zum Selbst-Bewusstsein

Für ein hohes Selbstwertgefühl wollen wir den eigenen Ansprüchen genügen und auf jeden Fall besser sein als Andere. Das führt einerseits zu einer Abwertung Anderer und andererseits zur Selbstverurteilung, weil wir in irgendetwas ungenügend und nicht perfekt sind. Wenn wir aufhören, uns ständig selbst zu bewerten, können wir uns das Mitgefühl entgegenbringen, das wir guten Freunden im Umgang mit deren Fehlern und Schwächen zeigen.

Im Unterschied zum Selbstwertgefühl benötigen wir für das Selbstmitgefühl nicht die Bewertung oder Abwertung von Anderen und uns selbst. Wir versuchen nicht, Anderen den Fehler zuzuweisen, sondern übernehmen die Verantwortung dafür, behandeln unsere Schwächen und Fehler aber voller Mitgefühl.

Wie Achtsamkeit das Gehirn verändert

Weil sich unser Gehirn auf alles das konzentriert, was unser Überleben gefährden könnte, haben wir besondere Sensoren für negative und potenziell gefährliche Situationen entwickelt. So werden angstbesetzte Erfahrungen im limbischen System besonders gut gesichert und jeder neue Impuls auf solche vorhandenen Erfahrungen überprüft.

Für negative Erfahrungen gilt daher das Klett-Prinzip, sie bleiben gut haften. Da diese besonders wichtig sind und unser Gehirn nicht dafür zuständig ist, dass wir glücklich sind, entwickeln die meisten Menschen eine eher mürrische Amygdala, die quasi die Datenbank für die Bewertung von Erfahrungen ist.
Für positive Erfahrungen hingegen gilt das Teflon-Prinzip: da diese nicht überlebensnotwendig sind, gleiten sie ab und hinterlassen keinen nachhaltigen Eindruck.