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Gesundheit und Mikrobiom

Die Darmbakterien stammen von urzeitlichen Mikroorganismen ab und mittlerweile gilt dies als gesichert auch für die Zellkraftwerke, die Mitochondrien. Sie sind der Garant für die Energieversorgung der Zellen und- sie scheinen mit den „Geschwistern“ im Darm zu kommunizieren. Dass die Darmbakterien außerdem mit den Mikroglia im Gehirn kommunizieren, ist mitttlerweile ebenfalls Stand der Wissenschaft. Die Gesundheit des Mikrobioms hat daher maßgeblichen Einfluss auf die Gehirngesundheit.

Wir sollten bei der Ernährung also vor allem darauf achten, was den Darmbakterien schmeckt. Gesunde Ernährung ist eine Ernährung unserer urzeitlichen Mikroben.

Darm gesund = Mensch gesund

Dr. Gundry beschreibt die evolutionäre Entwicklung des Menschen, die ganz wesentlich von anaeroben Mikroorganismen bestimmt ist.

Als sich die Erdatmosphäre immer stärker mit Sauerstoff anreicherte, fanden diese Lebewesen in den Säugetieren eine sichere Umgebung für ihre Zukunft, die andernfalls durch den entstehenden Sauerstoffreichtum nicht mehr möglich gewesen wäre. Deren Gene steuern uns auch heute noch und sind den unseren zahlenmäßig um ein Vielfaches überlegen.

Aber nicht nur das sog. Mikrobiom wird von ihnen gesteuert, sondern auch die Mitochondrien, unsere für die Bereitstellung von Zellenergie verantwortlichen Zellkraftwerke. Lt. Dr. Gundry sind diese ursprünglich ebenfalls anaerobe Mikroben, die in Säugetieren einen neuen Lebensraum fanden.
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Ernährung für Gehirn und Körper

Eine entzündungsarme Ernährung mit möglichst wenig Kohlenhydraten hat sich als erfolgreich erwiesen bei allen möglichen körperlichen und kognitiven Störungen bis hin zu demenziellen Erkrankungen. Ergänzend hinzu kommt die Wirksamkeit von Fastenperioden.

Valter Longo erforschte die Wirkung von Fasten auf Herz-/ Kreislauferkrankungen und wurde mit seiner de Longevità-Ernährung weltbekannt. Er konnte feststellen, dass beim Fasten das Immunsystem herunterreguliert wird. Beim Neustart werden defekte Zellen eliminiert und neue Stammzellen beginnen mit den Reparaturen.

Im Falle von Patienten mit Neuroinflammation erwies sich die Strategie von Valter Longo als überaus erfolgreich. Intervallfasten mit einer entzündungsarmen, nährstoffreichen und kalorien- und kohlenhydratreduzierten Ernährung tut dem Mikrobiom gut und beruhigt außerdem die Mikroglia im Gehirn.

Gesunder Darm ↔ gesunde Psyche

Immer mehr Menschen haben Probleme mit der Verdauung: Gluten-Unverträglichkeit, Fruktose-Malabsorption, Laktoseintoleranz oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Probleme mit dem Darm bleiben aber nicht auf der körperlichen Ebene, sondern haben auch Auswirkungen auf die Psyche, denn rund 80% des Serotonin-Stoffwechsels, unseres Wohlfühlhormons, finden im Darm statt.

Über den Vagusnerv, den längsten Hirnnerv, gelangen diese Informationen bis ins Gehirn und führen hier zu möglichen Veränderungen, die dann wiederum Auswirkungen auf das körperliche Befinden haben und zu einer Vielzahl chronischer Erkrankungen führen können, die die Lebenszeit, vor allem aber deren Qualität verkürzen.

Der Darm als Schlüssel der Gesundheit

Über den Darm zu sprechen, das war lange Jahre nicht salonfähig. Erst die junge Wissenschaftlerin Giulia Enders hat das geändert. Dennoch wird seine Bedeutung immer noch unterschätzt, jedoch spielt der Darm bei jeder Erkrankung eine wichtige, häufig die entscheidende Rolle. Entsprechend sollte der Darm bei jeder Behandlung berücksichtigt werden.

Man spricht auch vom Bauchhirn. 80% der Informationen kommen vom Darm ins Gehirn, nur 20% nehmen den umgekehrten Weg.

Im Darm entscheidet sich, ob der Mensch zufrieden ist oder ob er depressiv und unglücklich ist. Auch Allergien und Übergewicht hängen mit einer gestörten Darmflora zusammen.