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Frauengesundheit

Frauen leben ein anderes Leben als Männer und sind mit höheren Anforderungen aus alten Rollen und neuem Verständnis konfrontiert. Das führt zu einer insgesamt höheren Belastung, weil Frauen allen Rollen perfekt gerecht werden wollen.

Frauen sind bereits in der Kindheit solch hohen Erwartungen ausgesetzt, was Mädchen zu tun und zu lassen haben, wenn sie geliebt werden wollen, was bei vielen Frauen schon von Kindheit an eine höhere Stressbelastung zur Folge hat. Daraus entsteht ein besonders hoher Nährstoffverbrauch, der sich durch Schwangerschaften und Sport weiter erhöht.

Zudem altern Frauen anders als Männer, weil die nachlassende Produktion der Sexualhormone eine weithin unterschätzte Rolle im Stoffwechsel von Gehirn und Körper spielt. Alle anderen Hormonsysteme werden davon beeinflusst, sodass Hormon- und Stoffwechselstörungen im Laufe eines Frauenlebens eher die Regel als die Ausnahme sind.

Mit 60+ ist dies das Thema, in dem ich über viele Jahre theoretisch und praktisch die meisten Erfahrungen gesammelt habe. Es liegt mir sehr am Herzen, Ihnen als Frau in den besten Jahren Impulse zu geben, die nach meiner Erfahrung ein beträchtliches Plus an Lebensqualität bringen.

Natürlich altern

Altern ist ein natürlicher biologischer Prozess. Zahlreiche Krankheiten nehmen mit dem Alter zu und werden daher als altersbedingt betrachtet. Wie das Altern abläuft, ist allerdings höchst individuell und hängt nur zu ca. 30% von der Vererbung ab. Zu 70% ist er abhängig von Lebensstilfaktoren.

Die biologische Alterung entsteht durch Oxidationsprozesse (freie Radikale), die wichtige Enzymaktivitäten blockieren und die Zellmembranen schädigen. Mit Antioxidantien kann versucht werden, diese Radikale zu neutralisieren. Entsprechend der Belastung mit oxidativen Prozessen, sinkt die zur Verfügung stehende Energie in den Mitochondrien.

Ein weiterer Faktor sind stille Entzündungsprozesse, die die Vorstufe zu den chronischen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Adipositas darstellen.

Diese Prozesse lassen sich nicht völlig verhindern, aber mit einer Anpassung der Lebensstilfaktoren in der Geschwindigkeit deutlich verlangsamen.

Die Bedeutung der Sexualhormone für das weibliche Gehirn

Frauen altern anders als Männer. Während beim Mann die Hormonproduktion bereits mit Anfang 30 langsam nachlässt, erfolgt diese bei Frauen später und beschleunigt sich dann mit Beginn der Wechseljahre, was bei vielen Frauen zu massiven Beeinträchtigungen der Lebensqualität führt.

Konsequenzen entstehen auf der biochemischen Ebene im Körper, aber auch für den Neurotransmitter-Stoffwechsel im Gehirn. Durch die zurückgehende Stoffwechselaktivität legen Frauen nicht nur leichter an Gewicht zu, auch der Alterungsprozess wird dadurch beschleunigt.

Glücksgefühle im Gehirn

Glück war in der Evolution nicht vorgesehen, nur das nackte Überleben war relevant. Für den zwischenmenschlichen Kontakt und die Weiterentwicklung sind Gefühle jedoch eine wichtige Voraussetzung. Glücksgefühle entstehen in der Erwartung einer Belohnung, was in der Steinzeit sicher die Aussicht auf etwas Nahrhaftes zu essen oder eine sichere Höhle war.

Leider ist dieses System auch anfällig für die Verlockungen der Moderne: auch neu eintreffende SMS, Mails, Schokolade oder Rauchen stimulieren das dopaminerge System. Das Gehirn lernt dabei, immer höhere Anreize zu erwarten, um zur Ausschüttung von Dopamin zu kommen und zum Erleben des Glücksgefühls. Die kleinen Glücksgefühle müssen meist erst wieder durch eine Art Fasten neu erlernt werden.

Gehirntraining: Geistig beweglich bleiben

Ein gutes Gedächtnis ist zwar zu einem Teil auch genetisch bedingt, auf ein ganzes Leben bezogen aber eher eine Frage eines Lebensstils, zu dem neben geistigen Herausforderungen auch eine gesunde Ernährung und Bewegung gehören.

Grundsätzlich sind menschliche Gehirne lebenslang lern- und entwicklungsfähig, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen, z.B. dass das zu Lernende eine Herausforderung darstellt. Kreuzworträtsel gehören also nicht dazu. Das zu Lernende muss sinnvoll, mit einer Absicht oder einem Ziel verbunden sein und im Idealfall auch noch Spaß machen.

Ein Training des Gehirns und ein sinn-volles Leben werden nach den Wechseljahren wichtiger denn je. In der Lebensmitte verändern sich die hormonellen Systeme und, je nach genetischer Ausstattung, geht diese Phase unbemerkt vor sich oder es treten massive körperliche Probleme auf.

Psychische Stabilität: Umgang mit Stress und Emotionen

Die Evolution braucht kein glückliches Gehirn, sondern Menschen, die sich fortpflanzen. Dafür mussten sie erst einmal überleben. Weil sich unser Gehirn daher auf alles konzentriert, was unser Überleben gefährden könnte, haben wir besondere Sensoren für negative und potenziell gefährliche Situationen entwickelt. So werden angstbesetzte Erfahrungen im limbischen System besonders gut gesichert und jeder neue Impuls auf solche vorhandenen Erfahrungen überprüft. Da negative Erfahrungen also besonders wichtig sind, und unser Gehirn nicht dafür zuständig ist, dass wir glücklich sind, entwickeln die meisten Menschen eine eher mürrische Amygdala als Datenbank für die Bewertung und Speicherung vor allem negativer Erfahrungen.

In Bewegung bleiben

„Gehen ist die beste Medizin“ (Hippokrates)

Bewegung und Blutfluss stehen miteinander in enger Verbindung: je fitter der Mensch ist, umso höher ist die Sauerstoffversorgung der Gefäße. Bewegung führt auch zum Erhalt der Muskelmasse, wohingegen Bewegungsmangel zum Abbau führt.

Nimmt die Fitness durch aerobe Bewegung zu, werden die Blutgefäße im Hippocampus, dem Zentrum für Lernprozesse, stärker. Wenn nun zusätzlich neue Lerninhalte erarbeitet werden, die für das Gehirn eine Herausforderung darstellen, werden bestehende neuronale Verbindungen gestärkt und umgebaut, neue aufgebaut und die neuen Stammzellen integriert, die ohne diese Integration nur kurze Zeit lebensfähig sind.

Wer rastet, der rostet. Das gilt also in besonderem Maße für das Gehirn: Wenn synaptische Verbindungen nicht mehr genutzt werden, werden sie zugunsten anderer, stärker genutzter, abgebaut. Das Gehirn entwickelt sich nutzerorientiert in die Richtung, in der es verwendet wird. Damit kann Energie eingespart werden und da eingesetzt werden, wo sie benötigt wird. Bewegungsmangel ist auch mit Persönlichkeitsveränderungen verbunden. Geringere physische Aktivitäten führen lt. Studien zu einem Rückgang an Offenheit, Extraversion und Verträglichkeit. 

Ernährung und Fasten: Basis für Lebensqualität

Der menschliche Stoffwechsel basiert auf steinzeitlichen genetischen Voraussetzungen unserer eigenen Gene und der noch älteren in uns lebenden Mikroorganismen. Die uralten Gene dieser Mikroben sind ebenso wie unsere eigenen nicht auf die moderne Ernährung eingestellt, auch nicht auf eine erst 10000 Jahre alte getreidehaltige Nahrung.

Zur Nahrung gehörten damals vermutlich vor allem Pflanzen aller Art, Pilze, kleine Tierchen, Fische und, bei großem Jagderfolg, auch mal ein Stück Wildbret. Als Konsequenz ergibt sich für eine gesunde Ernährung eine proteinreiche und möglichst vollkorn- und getreidefreie Ernährung wie in der Steinzeit. Dazu gehört ein hoher Gemüseanteil mit wenig saisonalem Obst

Das nächtliche Fasten ebenso wie längere Fastenperioden sind evolutionsgeschichtlich und genetisch in uns verankert. Erst mit dem Getreideanbau und dem Beginn der Sesshaftwerdung steht Nahrung jederzeit zur Verfügung. Fasten ist deswegen so sinnvoll, weil es dem Körper die notwendige Zeit und Ruhe gibt sich zu regenerieren.

Mit zunehmendem Alter ist aber auch die damit verbundene Verlangsamung des Zellwachstums wichtig, denn wenn die Grenze für die Zellteilung erreicht ist, stirbt die Zelle ab und bleibt als seneszente Zelle zurück. Somit bewirkt Fasten als wirkungsvolles Anti-Aging-Instrument eine qualitative Verlängerung des Lebens.

Schlaf: der unterschätzte Anti-Aging-Faktor

Viele Frauen sind mit Beginn der Menopause von starken Schlafstörungen betroffen. Zunächst ist der Rückgang des Progesterons mit seiner GABA-ähnlichen beruhigenden Wirkung die Ursache. Verstärkt wird dies durch das später fehlende Östrogen, das die Serotonin-Bildung und damit die Bildung von Melatonin beeinflusst.

Die Ursachen von Schlafstörungen können unterschiedlichster Natur sein: Schilddrüsenunterfunktion, Histaminprobleme bis hin zum verlangsamten Abbau der Katecholamine Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin. Mikronährstoffe können häufig Abhilfe schaffen.

Melatonin ist lebensnotwendig: Vor allem nachts während der Tiefschlafphasen finden zahlreiche Reparaturprogramme und die Abfallentsorgung im Gehirn statt. Da das Gehirn kein Lymphsystem besitzt, benötigt es die nächtliche „Ruhezeit“ für die Entsorgung der Abfallprodukte über sein glymphatisches System.

Melatonin reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus. Eine Schlafdauer von mindestens 6 Stunden ist existenziell, denn vor allem während der Tiefschlafphase regeneriert sich der Körper. Tagsüber hingegen altert er. Der Rückgang von Melatonin gilt somit als wichtige Ursache für den Alterungsprozess. Zudem wirkt Melatonin als starkes Antioxidans und entzündungshemmend. 

Starke Knochen und Gelenke

In der Lebensmitte kündigen sich bei vielen Frauen die Vorboten einer Arthrose an. Die Gelenkschmiere zwischen den Knorpeln verliert an Substanz und über den schleichenden Knorpelabbau kommt es zu Bewegungseinschränkungen. Ab dem 65.Lebensjahr sind ca. 80% der Frauen davon betroffen. Als Ursachen werden Stoffwechselstörungen, Abnutzung und Übergewicht gesehen.

Die Osteoporose ist nicht weniger häufig: bei 30% der Frauen beginnt das Problem in der Postmenopause, häufig beginnt der Abbau jedoch schon viel früher. Neben Ernährungsfehlern, Medikamenten und Bewegungsmangel gibt es mit Blick auf die Evolutionsgeschichte eine Erklärung, denn auch das Östrogen hat eine bedeutende Funktion.

Gesunde Haut und schöne Haare - Spiegel der Gesundheit

Alterung und Krankheitssymptome sind als Erstes am Hautbild zu erkennen, weil sich Hautzellen besonders häufig teilen. Bei der obersten Hautschicht passiert dies monatlich. Negative Veränderungen und damit Krankheitssymptome sind über Hautveränderungen besonders schnell erkennbar. Umgekehrt zeigt sich dies auch beim Beheben von Defiziten in der Mikronährstoffversorgung: wenn Mängel aufgefüllt werden, die eigentlich einem anderen Zweck dienten, so bessert sich zunächst das Hautbild bevor die an anderer Stelle gewünschte Wirkung eintritt. Die Haut ist der Spiegel unserer Gesundheit.

Auch die Haare sind meist gleichzeitig betroffen, sie werden dünn und glanzlos und geben Hinweise auf Krankheiten und auf fehlende Mikronährstoffe. Diäten, Stoffwechselstörungen, falsche Ernährung, Stress und das fehlende Östrogen sind hier ähnliche Ursachen.