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Epigenetik und Lebensstil

Menschen sind durch ihre Gene einzigartig, aber selbst bei eineiigen Zwillingen entwickelt sich die Genexpression, also, welche Gene wie zum Einsatz kommen, sehr unterschiedlich. Was den Einen krank macht, zeigt beim Anderen keine Auswirkung.

Die neue Wissenschaft der Epigenetik kann beweisen, dass die Gene nur einer von mehreren in Wechselwirkung stehenden Faktoren sind, die Krankheiten auslösen. Eine direkte Vererbung von Krankheiten gibt es nur in etwa 5% der Krankheiten, in den meisten Fällen handelt es sich um eine Prädisposition. Ob die Krankheit tatsächlich auftritt, hängt von beeinflussbaren Faktoren ab, konkret von allen Faktoren des Lebensstils.

Psychische Gesundheit und körperliche Voraussetzungen

Bei psychischen Erkrankungen wird meist schnell eine psychische Ursache gefunden. Das Gehirn als Organ wird dabei nicht untersucht, sondern die Psyche. Der Neuropsychiater und Autor des 1998 erstmals veröffentlichten Weltbestsellers „Das glückliche Gehirn“ findet in der Behandlung seiner unter psychischen Erkrankungen leidenden Patienten jedoch meist körperliche Ursachen, die das Gehirn krank machen und als psychische Störung auftreten. Er betrachtet das Gehirn als ein Organ, das wie jedes Andere durch zahlreiche, häufig durch den Lebensstil bedingte, Faktoren erkranken kann.

Die Ursachen von AngststörungenDepressionen und 
ADHS liegen nach Erfahrung von
Dr. Daniel Amen u.a. in Kopfverletzungen und Schädel-Hirn-Traumata in früher Kindheit, Umweltgiftstoffenstillen Entzündungen in Körper und Gehirn, schlechter Durchblutung, mangelhafter Versorgung mit MikronährstoffenInfektionen
Übergewicht.

Natürlich spielt die Genetik eine wichtige Rolle, doch sind die genetischen Bausteine nicht mehr als ein Bauplan des Menschen. Zu 99,99% besitzt ein Mensch den gleichen genetischen Code wie alle anderen Menschen. Zudem gleicht unser genetisches Erbe zu 98% den Schimpansen und zu 60% den Genen von Bananen. Was also macht die Unterschiede aus? Was macht den Menschen aus? Was macht einen Menschen im Unterschied zu Anderen krank? Es sind die Proteine, die von den Genen als Baustoffe kodiert werden. Wenn dieser Bauplan kleine Fehler oder defekte Gene enthält, kommt es zu Problemen. 
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Gehirngesundheit beginnt im Darm

Sowohl im Gehirn als auch im Körper wirken Mikronährstoffe als sog. epigenetische Transkriptionsfaktoren, sie schalten bei guter Versorgung gesundheitsfördernde Gene an und krankheitsfördernde ab. Hier wirken alle Lebensstilfaktoren zusammen, die Ernährung spielt aber die wichtigste Rolle.

Die Neurowissenschaftlerin Manuela Macedonia geht nach ihrem Bestseller Beweg dich! Und dein Gehirn sagt danke jetzt sehr konkret auf die Nährstoffe ein, die ein menschliches Gehirn für Gesundheit und Leistungsfähigkeit benötigt.

Sie beschreibt die Voraussetzungen für die Entwicklung des embryonalen Gehirns und welchen Einfluss bestimmte Stoffe darauf haben. Auch die Prädisposition für Stoffwechselstörungen entwickelt sich bereits im Mutterleib, u.a. durch Vorlieben der Mutter, durch eine hochkalorische, „westliche“ Ernährung der Eltern (auch des Vaters!)  ebenso wie durch mangelnde Bewegung der Eltern.
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Genvarianten: Gesundheitspotenziale nutzen

Welcher Faktor macht den Unterschied aus, dass ein Mensch krank wird und sein Zwilling nicht?

Vor fast 15 Jahren wurden die beiden Agouti-Mäuse von Wissenschaftlern vorgestellt: beide hatten das gleiche genetische Potenzial für Übergewicht und schwere Erkrankungen. Während bei einer der beiden die potenziell angelegten Krankheiten zum Ausbruch kamen, blieb die Andere rank und schlank und vor allem gesund. Was den Unterschied ausmachte, war die Ernährung, die Einfluss hatte auf Methylierungsprozesse im Körper, einen Schlüsselfaktor, der im Säugetier an vielen Stellen eine entscheidende Bedeutung hat.

Erkannt wurde seitdem, dass nicht nur die Gene, sondern der Lebensstil insgesamt, im Fall der Mäuse Ernährung und Bewegung, aber beim Menschen auch Denken und Fühlen, 
die Genexpression beeinflussen, also Krankheiten „an- oder abschalten“.
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Der Mensch ist mehr als eine aus Organen bestehende Maschine

Wenn ein Theologe und über 10 Jahre Sekretär des Erzbischofs von Wien in die Medizin wechselt, ist allein das schon bemerkenswert. Prof. Dr. Dr. Johannes Huber spezialisierte sich auf Frauenheilkunde und scheute sich nicht, auch schwierige Themen anzufassen. So wurde er als der „Hormonpapst“ überregional bekannt, der vielen Frauen in und nach den Wechseljahren mit dem wegen einer fehlerhaften Studie jahrzehntelang verschmähten Östrogen neue Lebensqualität schenkte.

Spätestens in diesem Buch wird die untrennbare Verbindung von spirituellen, holistischen Aspekten und den funktionellen der Medizin sichtbar. 

Epigenetische Themen, also der Einfluss des Lebensstils auf die Gesundheit, sind aber nur der Einstieg in eine viel umfassendere Betrachtung des Menschen als Teil eines großen Systems, in dem auch die Vorfahren eine Rolle spielen. Faszinierende Aspekte wie die Verjüngung der Mutter während der Schwangerschaft durch die Stammzellen des Ungeborenen betrachtet Prof. Huber ebenso wie die zellulär nachweisbaren Spuren der älteren Geschwister des Embryos.
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Gesundheit- ein lebenslanges Projekt

Der Lebensstil unserer Eltern und Großeltern prägt uns noch vor unserer Geburt in Form epigenetischer Einflüsse, die auf unsere Gene wirken.

Bereits vor der Geburt entsteht durch die Impulse des Mutterhirns unser Stressverarbeitungssystem, das bestimmt wie schnell und heftig wir später auf Stressoren reagieren.

Das Bindungsverhalten und die Fürsorge der wichtigsten Bezugsperson sind entscheidend für die beruhigenden Anteile in unserem Leben, für unsere Fähigkeit, Stressreaktionen wieder zurückzufahren.

Teils bereits vor der Geburt, spätestens aber mit dem Ende des 2.Lebensjahres steht fest, ob wir zu den Glückskindern in der Lotterie des Lebens gehören. Wenn bis dahin die positiven Erfahrungen überwiegen, ist die Basis für ein Leben mit hoher Lebensqualität gegeben.
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Bausteine für ein gesundes Leben

Menschen sind durch ihre Gene einzigartig, aber selbst bei eineiigen Zwillingen entwickelt sich die Genexpression, welche Gene wie zum Einsatz kommen, sehr unterschiedlich.

Was den Einen krank macht, zeigt beim Anderen keine Auswirkung. Die neue Wissenschaft der Epigenetik kann beweisen, dass die Gene nur einer von mehreren in Wechselwirkung stehenden Faktoren sind, die Krankheiten auslösen. 

Eine direkte Vererbung von Krankheiten gibt es nur in etwa 5% der Krankheiten, in den meisten Fällen handelt es sich um eine Prädisposition. Ob die Krankheit tatsächlich auftritt, hängt von beeinflussbaren Faktoren ab.
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Die Intelligenz unserer Zellen

Die Lebenserfahrungen der Eltern beeinflussen bei ihren Kindern deren Genregulation. Tatsächlich sind Gene nicht mehr als eine Art Entwurf für die weitere Entwicklung jeder einzelnen Zelle und damit des gesamten Lebewesens.

An- oder abgeschaltet werden Gene durch Verhaltensweisen, Gedanken und Glaubenssätze, die so vertraut sind, dass sie ins Unterbewusstsein sinken und automatisch abgespult werden.

Es erfolgen daher gewohnheitsmäßige Reaktionen auf Signale der Außenwelt, die die immer gleichen Gedanken und Verhaltensweisen, Emotionen und Gefühle, auslösen.

Dem über das Bewusstsein mit Affirmationen oder positivem Denken gegenzusteuern, bleibt wirkungslos bzw. erzeugt massiven psychischen Stress, da das Unterbewusstsein stärker ist.
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Wie optimistische Überzeugungen im Körper wirken

Unter Epigenetik versteht man alle Einflussfaktoren aus unserer Umwelt, die unsere Gene regulieren und so auf Gesundheit und Krankheit Einfluss nehmen.

Dazu gehören neben Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegung, soziale Kontakte und Schlaf auch das Denken und unsere Überzeugungen über uns selbst und unsere Beziehung zu anderen Menschen.

Überzeugungen werden in frühester Kindheit geprägt und wirken wie eine Art selbsterfüllende Prophezeiung. „Alte Menschen werden krank und gehen am Stock“. „Meine Mutter hatte schon Arthrose, also bekomme ich auch welche“. Aus diesen Gedankenmustern werden Verhaltensmuster, die zu biochemischen Prozessen im Körper führen.

Tatsächlich ist aus der Zwillingsforschung längst bekannt, wie unterschiedlich Gesundheit und Lebenserwartung selbst bei eineiigen Zwillingen im Laufe des Lebens aussehen können.
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Wie Gedanken und Gefühle auf unsere Gene wirken

Bis heute glauben viele Menschen, dass ihre Gesundheit durch ihre Gene bestimmt ist, ein genetisches Schicksal daher unausweichlich ist.

Auch die Zahl der Gene selbst wurde bis zum Abschluss des Human-Genomprojekts vor 10 Jahren auf Grund der Komplexität des menschlichen Körpers weit überschätzt: tatsächlich sind es nur knapp 24000 Gene statt über 100000, übrigens weniger als bei einem Reiskorn.

Wenn aber in den Genen nicht alle Informationen vorhanden sind, um einen Menschen zu schaffen und zu steuern, wer führt dann die Regie? 

Welche Einflüsse sorgen dafür, dass Gene aktiviert werden oder stillgelegt bleiben?  Da diese Fragen über Gesundheit und Krankheit entscheiden, wird hier besonders intensiv geforscht und die Erkenntnisse sind folgenschwer:
Unsere Gene werden von unserer inneren und äußeren Umwelt beeinflusst:
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Gute Beziehungen fördern die Gesundheit

Wir sind nicht unsere Gene, d.h. genetische Anlagen werden nicht zwangsläufig in tatsächliche körperliche Vorgänge umgesetzt.

Vielmehr wirken unsere sozialen Beziehungen im An- bzw. Abschalten von Genen mit.
Wer das bisher für esoterisches Gedankengut hielt, kann es bei dem Freiburger Neurobiologen und Bestsellerautor Prof. Dr. Joachim Bauer nachlesen:

„Aus jedem psychischen wird ein biochemischer Vorgang.“

Gute zwischenmenschliche Beziehungen sind aus seiner Sicht „die beste Droge für die Vermeidung von Stress“.
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Leben mit dem Trauma der Vorfahren

Besonders leicht lernen wir im sozialen Kontakt. Das verdanken wir den Spiegelneuronen, über die wir mit anderen Menschen, vor allem wichtigen Bezugspersonen, in Resonanz gehen.

Indem wir uns auf Andere einstimmen und mitschwingen, bauen wir unser Wissen auf, denn Lernen findet vor allem in sozialem Kontakt statt.

Leider übertragen sich auf diese Weise auch weniger förderliche Erfahrungen wie die Folgen der von Vorgenerationen übertragenen Traumata.

Nicht das Trauma selbst wird weitergegeben, aber der (oft stumme) Umgang damit, der das Überleben ermöglicht.

Überhöhter Leistungsdruck, die Angst zu verreisen oder die Unfähigkeit Trost anzunehmen: oft sind es keine eigenen Verhaltensmuster, die uns Probleme verursachen oder blockieren, sondern von Eltern und Großeltern oder noch früheren Generationen übernommene.
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Als ob nichts gut sein darf

Die Kinder der Kriegskinder, die zum größten Teil in den 60er Jahren geboren wurden, wuchsen in materiellem Wohlstand und ohne die Leiden des Kriegs auf.

Ihre Eltern waren im Krieg Kinder, die Meisten von ihnen gar nicht einmal direkt betroffen von den Schrecken des Krieges.

Dennoch erleben deren Kinder noch als Erwachsene vielfach lähmende Ängste, unbegründete Sorgen um ihre existenzielle Sicherheit und das Gefühl nie gut genug zu sein und sich nicht wirklich freuen zu dürfen über das Leben oder ihre persönlichen Erfolge.

Das Streben nach Perfektionismus prägt vor allem die Frauen unter ihnen. Dass Kriegskinder den Krieg als traumatisch erlebt haben, ist bekannt, dass auch die Kriegsenkel betroffen sind, weniger.
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