Selbstwert versus Ego

Das Selbst, das Ego, entsteht also als Interpretation der linken Gehirnhälfte. Diese Interpretation soll in der östlichen Philosophie dadurch vermieden werden, dass man grundsätzlich davon ausgeht, dass es eine Fiktion ist, gewonnen aus den interpretierten Erfahrungen. Neurowissenschaftliche Studien über Meditation unterstreichen, dass Meditation auf die Selbstreflektion beruhigend wirkt. Kein Ego, kein Problem. Nicht mangelndes Selbstwertgefühl führt zum Problem des Leidens, sondern die Überzeugungen und Interpretationen der linken Hirnhälfte. Glauben wir also nicht alles, was uns diese glauben lässt. Darüber lässt sich tatsächlich mit einiger Übung eine gewisse Distanz zu den eigenen Gedanken herstellen.

Ein gesundes Selbstbewusstsein zeugt von einem gesunden Selbstwert, heißt es. In allen mir bekannten Trainings zur Stärkung des Selbstbewusstseins geht es jedoch immer um die Rollen, über die wir gelernt haben unser Ego zu definieren. Dieses zu stärken halte ich daher nicht für einen sinnvollen Ansatz, weil wir uns dadurch in unseren Reaktionen abhängig machen von Wertungen und Kritik von innen und außen. Das Eine macht uns emotional anfällig, das Andere selbstüberheblich.

Ein gesunder Weg wäre ein selbst-wertschätzender Umgang mit sich selbst und voller Selbstmitgefühl gegenüber eigenen Fehlern und Schwächen, aber im Bewusstsein, dass uns dies mit allen anderen Menschen verbindet – weil wir Menschen sind. Ein gesunder Selbstwert ist daher unabhängig von jeder Art der Bewertung aus Sicht des Egos.

Meditation: Für einen gelassenen Umgang mit dem Ego

Mentales Training von Achtsamkeit und Meditation wird heute vielfach praktiziert. Es handelt sich dabei weniger um einen Akt der Selbstbezogenheit oder Selbstoptimierung, vielmehr werden gerade die mit dem eigenen Ego verbundenen emotionalen Zustände gelassener betrachtet. Es erfolgt dabei eine Weitung des Fokus von sich selbst auf Andere.
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Das Ego: Kern emotionaler Leiden

Ist das Ich, mit dem wir uns identifizieren, real oder entsteht es vielmehr als Vorstellung über uns und die Welt in unserem Gehirn? Dieser Frage geht der Neuropsychologe Dr. Chris Niebauer hier nach.
Das westliche Denken unterscheidet sich sehr vom Östlichen. “Ich denke, also bin ich” steht für das westliche Denken mit der Definition des Egos als charakteristischem Merkmal des einzelnen Menschen. Im Zen-Buddhismus hingegen heißt es “kein Gedanke, kein Problem”. Weiterlesen

Vom Selbstbewusstsein zum Selbst-Bewusstsein

Für ein hohes Selbstwertgefühl wollen wir den eigenen Ansprüchen genügen und auf jeden Fall besser sein als Andere. Das führt einerseits zu einer Abwertung Anderer und andererseits zur Selbstverurteilung, weil wir in irgendetwas ungenügend und unperfekt sind. Wenn wir aufhören, uns ständig selbst zu bewerten, können wir uns das Mitgefühl entgegenbringen, das wir guten Freunden im Umgang mit deren Fehlern und Schwächen zeigen.
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Eigene Entwicklung wagen

Unangreifbar und nicht verletzbar zu sein, ist für die meisten Menschen sehr wichtig. Gesellschaftlich gelernt wird nicht nur von Männern, dass es gleichbedeutend mit Schwäche ist. Die Angst vor Verletzlichkeit führt aber auch zu mittelmäßigen Zielen, aus Angst vor höheren Zielen, die evtl. mit einem Scheitern verbunden sein könnten. Wer sich für seine Ideen und Ziele hingebungsvoll einsetzt, ist immer auch Kritik und Spott ausgesetzt, zumal, wenn es neue Ideen sind. Sich mit anderen Menschen verbunden zu fühlen, ist jedoch als Grundbedürfnis in unserem Gehirn angelegt und die Basis für ein gesundes menschliches Leben und in der Folge wird alles, was diese Verbundenheit gefährden könnte, stark kontrolliert.
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