Selbstverantwortlich für Ihre Gesundheit sorgen: Die Welt der Mikronährstoffe

Gaby Marx

Inhalt

Die Modulation des Vitamin-D-Rezeptors (Teil 3)

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Auswirkung eines defekten Vitamin-D-Rezeptors

Wie in Teil 2 beschrieben ist der Vitamin-D-Rezeptor entscheidend für die korrekte Aufnahme des Hormons Vitamin D. Funktioniert er ungenügend, neigt der Organismus zu entzündlichen Prozessen durch jede zusätzliche Aufnahme von Vitamin D.

Die eigentliche Wirkung von Vitamin D entsteht durch die Bindung „…an den Vitamin-D-Rezeptor (VDR), der die Expression von auf VDR reagierenden Genen steuert.“ Erforderlich ist dabei die Anwesenheit des Retinol-Rezeptors RXR.

„VDR wird hauptsächlich in Epithelzellen des Dickdarms und der Haut exprimiert.“

„Gene, die auf Vitamin D-VDR reagieren, …können am Knochenstoffwechsel, am Anabolismus und der Resorption, an der Mineralstoffhomöostase, am Zellleben (einschließlich Proliferation, Differenzierung, Migration und Tod) und an der Immunmodulation beteiligt sein und am Stoffwechsel.“

„Die VDR-Expression wird durch…Modulatoren geprägt…Umweltfaktoren sind Ernährung, Sonneneinstrahlung, Alter, Umweltverschmutzung und Infektionen…“

„Die Auswirkung eines defekten VDR, entweder als Expression oder als Aktivität, ist entscheidend für die biologischen Wirkungen von Vitamin D.“

Eine besondere Bedeutung hat der fehlende Vitamin-D-Rezeptor auf die Entstehung von Krebserkrankungen: „Der vorherrschende Mechanismus der erworbenen Vitamin-D-Resistenz, der bei pathologischen Zuständen, insbesondere bei Krebs, auftritt, beinhaltet die transkriptionelle Unterdrückung von VDR. Obwohl VDR in den meisten Zelltypen exprimiert wird, wurde gezeigt, dass seine Expression im Verlauf verschiedener Krebsarten wie Haut-, Brust- und Prostatakrebs zunehmend verringert wird.“

Krebs ist aber nicht die einzige Erkrankung, die durch einen nicht funktionierenden Vitamin-D-Stoffwechsel gekennzeichnet ist:

„Von Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder HIV (humanes Immundefizienzvirus) bis hin zu Autoimmunerkrankungen wie systemischem Lupus erythematodes, rheumatoider Arthritis oder Morbus Crohn sind viele Immunpathologien oft mit einem Mangel an VDR-Expression nach einer langen Aktivierung von T-Helferzellen verbunden in Gegenwart von VDR-Polymorphismen.“ Polymorphismen sind Genvarianten im Vitamin-D-Rezeptor, die in den Gentests sehr häufig auftreten und durch Mikronährstoffe in Richtung der korrekten Verstoffwechselung von Vitamin D beeinflusst werden können.

Unabhängig davon, ob es sich um einen Mangel des VDR handelt, eine Blockade oder Resistenz z.B. bedingt durch einen Polymorphismus im regulierenden Gen, es besteht dringender Handlungsbedarf. Die Wirkstoffe dazu kommen aus dem Bereich der sekundären Pflanzenstoffe:

Sulforaphan

Sulforaphan kommt in Kreuzblütlergewächsen vor, insbesondere in Brokkoli.

Sulforaphan hemmt die Entgiftungsphase 1 und unterstützt die Entgiftungsphase 2. In der Phase 1 werden fettlösliche Stoffe durch ihre Mobilisierung toxischer. Dies führt zu gesundheitlichen Risiken, wenn die Phase 2 nicht Schritt halten kann, und dann nicht alle toxischen Stoffe durch die Ausscheidungsprozesse aus dem Körper entfernt werden können. In der Studie so formuliert:
Sulforaphan hemmt „…das Cytochrom P450 der Phase I (z. B. CYP1A1, CYP2B2 und CYP3A4)…, während es Enzyme der Phase II induziert…“

Zudem werden Gene gesteuert, „…die an der Expression von Phase-II-Enzymen beteiligt sind. Viele der induzierten Gene kodieren für Xenobiotika-metabolisierende Enzyme, zu denen GST und Enzyme gehören, die für die GSH-Biosynthese verantwortlich sind.“
Es sind dies Gene, die die körpereigene Entgiftung über die Enzyme der Glutathion-S-Transferasen regulieren und die für die Entgiftung von Östrogenen hoch relevant sind.

Darüber hinaus moduliert SF die Entzündung, indem es an der Entzündung beteiligte Gene (z. B. NF-kB) herunterreguliert.

Zusätzlich zu seinen antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften scheint Sulforaphan die Expression des Vitamin-D-Rezeptors zu unterstützen, die in einer Studie zu menschlichen Darmkrebszellen aufgezeigt wurde.

Curcumin

De antientzündliche und antioxidative Wirkungen von Curcumin wurden in vielen Studien beschrieben. So verringert es den Signalweg NF-kB herunter und senkt pro-entzündliche Zytokine wie IL-6 und TNF-α.
„Es erhöht indirekt die Produktion reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) und ist durch diesen Mechanismus in der Lage, Krebszellen abzutöten“
gilt „…Curcumin als wirksamer Ersatz für die meisten steroidalen und nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikamente…“

Es wird vermutet, dass Curcumin eine epigenetische Wirkung auf den Vitamin-D-Rezeptor hat:
„Die meisten Krebsarten zeichnen sich durch eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Vitamin D und seinen entzündungshemmenden Signalwegen aus, ohne dass offensichtliche Defekte seines Rezeptors hervorgerufen werden, was auf die Beteiligung epigenetischer Veränderungen schließen lässt…. Tatsächlich nahm nach der Behandlung mit Curcumin die Methylierung des VDR-Genpromotors ab, während die relative VDR-Expression zunahm.“

„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Curcumin, ein sekundärer Pflanzenstoff, seine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung entfaltet, indem es sowohl die Transkription als auch epigenetische Ereignisse kontrolliert. Daher gilt es als vielversprechender antitumoraler und chemopräventiver Wirkstoff.“

Butyrat

Die Zusammensetzung des Mikrobioms ist entscheidend für die Bildung wichtiger Mikronährstoffe. Dazu gehören die short chain fatty acids (SCFA), die kurzkettigen Fettsäuren durch den Ballaststoffverbrauch der Darmbakterien. Dazu gehören insbesondere Butyrat, Propionat und Acetat.

„Neben den vielversprechenden direkten Wirkungen von Probiotika auf Darmmikroorganismen können durch die Analyse der produzierten Metaboliten und ihrer Funktionen zusätzliche Wirkungen gefunden werden. Als Reaktion auf den hohen Ballaststoffverbrauch werden SCFA auf natürliche Weise durch Fermentation im Dickdarm produziert, hauptsächlich in Form von Butyrat, Propionat und Acetat. „

„Unter den SCFA hat das Butyrat aufgrund seiner vorteilhaften Eigenschaften sowohl bei physiologischen als auch bei pathologischen Zuständen besondere Aufmerksamkeit erhalten. Tatsächlich moduliert es im Darm die Zellproliferation, kontrolliert die Barrierefunktion des Darms und schützt sogar vor entzündlichen Erkrankungen… Die antitumorale Wirkung von Butyrat ist gut bekannt…“

„Im onkologischen Bereich identifiziert die Literatur das Butyrat als epigenetischen Modulator… Es soll tatsächlich ein potenzielles Mittel sowohl zur Krebstherapie als auch zur Krebsprävention sein… Die Hauptwirkung, die Butyrat durch die epigenetische Modulation hervorruft, ist die entzündungshemmende Wirkung, die durch mehrere Mechanismen ausgeübt wird: Die Unterdrückung der proinflammatorischen Zytokine wie IL-1β, TNF-α und IL-6… und die Reduzierung des proinflammatorischen NF-kB.“

„Neben seiner entzündungshemmenden Wirkung hat Butyrat eine direkte Wirkung auf die Tumorentwicklung, indem es das Wachstum von Darmkrebszelllinien hemmt [ 129 ]. Mehrere Belege zeigen, dass die durch Butyrat ausgeübte epigenetische Modulation eine proliferative Wirkung auf nicht krebsartige Zellen hat, während sie die Proliferation von Tumorzellen hemmt.“

Butyrat verstärkt die Wirkung von Vitamin D über den Vitamin-D-Rezeptor. Was die differenzierenden Eigenschaften von Butyrat angeht, wurde gezeigt, dass Butyrat die Wirkung von Vitamin D verstärkt:
„Insgesamt führen diese Beobachtungen zu dem Schluss, dass Butyrat die Aktivität des TGFβ-Signalwegs erhöht, was die VDR-Expression und -Aktivität durch epigenetische Mechanismen hochreguliert und eine autoregulatorische Schleife erzeugt; Die erhöhte VDR-Aktivität erklärt die differenzierenden Eigenschaften von Butyrat.“

„Die Modulation der VDR-Expression spielt eine Schlüsselrolle gegen Entzündungen und Vitamin D übt eine präventive Wirkung gegen Krebs aus, indem es Apoptose und Zelldifferenzierung fördert. Ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs (CRC) hängt tatsächlich mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel… sowie einer verringerten Menge an VDR… zusammen.

Fazit:
„Die beschriebenen Studien weisen eindeutig auf folgende Wirkungen der Behandlung mit diesen natürlichen Molekülen hin:

  • Die erhöhte Expression von VDR;
  • die Abnahme der Proliferation und des Überlebens von Krebszellen;
  • die erhöhte Expression antimikrobieller und entzündungshemmender Proteine;
  • Und die Verbesserung chronischer Entzündungen und die Verringerung des neoplastischen Fortschreitens.“
    Quelle:
Gehirngesundheit

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